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PRRSv-Infektionen in Frankreich: Klinische und wirtschaftliche Auswirkungen

In den drei Studien, die in diesem Artikel vorgestellt werden, liegen die Kosten von PRRS zwischen 17 € und 185 €/Sau/Jahr.

Das Porcine Reproduktive und Respiratorische Syndrom (PRRS) ist eine Krankheit, die wohl große Auswirkungen auf die Produktivität der Schweinezuchtbetriebe hat. Wie wir alle wissen, ist es sehr schwer, die Auswirkungen dieser Krankheit auf Betriebsebene genau zu bemessen, da viele Parameter zu berücksichtigen sind:

  • Die Art des Betriebs: Reiner Zuchtbetrieb? Zucht- und Mastbetrieb? Reiner Mastbetrieb? Endmast?
  • Der frühere PRRS-Status im Betrieb: Geht es um die Kosten einer Infektion bei einer immunologisch naiven Population oder um die Kosten einer chronischen Infektion?
  • Die Dynamik der Zirkulation von PRRS: Ist der Betrieb im Falle einer chronischen Infektion stabil oder instabil?
  • Der allgemeine PRRS-Status im Betrieb: PRRS hat bei einem Mycoplasma hyopneumoniae-freien Betrieb geringere klinische Auswirkungen als bei einem Mycoplasma hyopneumoniae-infizierten Betrieb.

In diesem Artikel werden wir versuchen, unseren Lesern auf Grundlage von 3 Studien, die in den letzten Jahren durchgeführt wurden, ein Bild der Kosten von PRRS unter den in Frankreich herrschenden Bedingungen zu vermitteln.

 

  1. 2005 schätzte ACERSA, eine staatliche französische Organisation, die Kosten der Einschleppung des PRRS-Virus in einen immunologisch naiven Betrieb pro Sau im Zuchttierbestand aufgrund von reproduktiven Störungen, Aborten und der Mortalität in den Abferkelbuchten auf 30 €. In den Phasen der Vormast und Mast kostet PRRS aufgrund der Auswirkungen auf die Sterblichkeitsrate, die Futterverwertung und die durchschnittliche Gewichtszunahme pro Tag 84 €/Sau. In einem französischen, immunologisch naiven Betrieb lagen somit die gesamten Kosten der Einschleppung des PRRS-Virus bei ca. 114 €/Sau im ersten Jahr nach der Infektion des Betriebs.

 

  1.  Eine andere aktuelle Studie wurde 2007 vom Gesundheitsamt (OVS) der Bretagne durchgeführt. Durch den Vergleich von 22 Betrieben wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Zirkulation von PRRS berechnet:
  • 6 negative Betriebe
  • 6 Betriebe mit einem niedrigen PRRSv-Infektionsstatus (Betriebe mit einem Impfprogramm bei Sauen, ohne PRRSv-Zirkulation bei den Absetzferkeln und mit unregelmäßiger PRRSv-Zirkulation bei Mastschweinen).
  • 6 Betriebe mit einem hohen PRRSv-Infektionsstatus (Betriebe mit oder ohne ein Impfprogramm bei Sauen, mit PRRSv-Zirkulation bei allen getesteten Partien der Mastschweine und manchmal bei Absetzferkeln).

Die untersuchten Parameter umfassten die Futterverwertung und die durchschnittliche Gewichtszunahme pro Tag vom Absetzen bis zur Schlachtung, die Zahl der Absetzerferkel/Sau/Jahr, die Zahl der erzeugten Schweine/Sau/Jahr, die Gesamtzahl der geborenen Ferkel, die Sterblichkeitsrate in den Phasen der Vormast und Mast und die Kosten der Veterinärbehörden und verabreichten Medikamente pro 100 kg Schlachtgewicht. Die Ergebnisse der oben genannten Studie sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

 

Tabelle 1: Durchschnittliche PRRS-Kosten pro Sau und Jahr oder pro 100 kg Schlachtgewicht pro Jahr in 6 Betrieben mit einem niedrigen PRRSv-Infektionsstatus und in 6 Betrieben mit einem hohen PRRSv-Infektionsstatus im Vergleich zu 6 PRRS-freien Betrieben (Gesundheitsamt der Bretagne 2007). KI: Konfidenzintervall

  Niedriger Infektionsstatus Hoher Infektionsstatus
  Mittelwert 95% KI Mittelwert 95% KI
€/Sau/Jahr 17 29,6 60,7 62,7 18,9 106,6
€/100 kg Schlachtgewicht 1,91 1,6 3,28 3,4 1,02 5,77

 

3. Wir haben die wirtschaftlichen Auswirkungen eines Plans zur Stabilisierung von PRRS (und folglich die Kosten von PRRS) in einem der Betriebe gemessen, die wir betreuen.

 

Die Studie wurde in einem Zucht- und Mastbetrieb mit 452 Sauen der Bretagne durchgeführt, der mit einem 10-Partien-System arbeitete (Absetzen nach 21 Tagen und Abferkeln alle zwei Wochen). Die Jungsauen wurden mit einem Gewicht von 110 kg gekauft und sieben Wochen lang unter Quarantäne gestellt, bevor sie in den Bestand aufgenommen wurden.

Nach der Diagnose der PRRSv-Infektion Ende 2010 setzten wir zwischen Mai und Dezember 2011 einen Plan zur Stabilisierung um. Die folgenden Maßnahmen wurden ergriffen:

  • Eine zweimalige Massenimpfung des gesamten Bestands im Abstand von 4 Wochen (Sauen, Absetzferkel und Mastschweine) mit einem modifizierten Lebendimpfstoff.

Eine zweimalige Impfung der aufeinanderfolgenden Ferkelpartien nach dem Absetzen innerhalb von 20 Wochen mit einem modifizierten Lebendimpfstoff.
Die Verbesserung der internen Biosicherheitsmaßnahmen, insbesondere der Bewegungen von Schweinen und Menschen, der Hygiene, der Benutzung individueller Nadeln und der Akklimatisierung der Jungsauen.

Um die Kapitalrendite zu kennen, haben wir die wirtschaftlichen Auswirkungen durch die Ermittlung der Produktivitätsgewinne und der allgemeinen Verbesserung der Futterverwertung berechnet.

Dafür haben wir den Futterpreis und den Preis pro kg verkauftem Schwein mit dem Durchschnitt dieser Parameter zwischen 2010 und 2012 standardisiert.

Der Tabelle 2 ist das gesamte Schlachtgewicht, das vor und nach dem Stabilisierungsprogramm erzeugt wurde, sowie die Entwicklung der variablen Kosten zu entnehmen: Verbrauchtes Tierfutter und Medikamentenkosten (einschließlich der Kosten der PRRS-Impfpläne, die mit 18.000 € veranschlagt wurden). Die Gewinnspanne wurde durch Berechnung der Differenz zwischen dem Umsatzerlös und den variablen Kosten (Futter und Gesundheitskosten) geschätzt.

Trotz der hohen Kosten des PRRSv-Impfprogramms (40 €/Sau 2011) verzeichneten wir seit dem Jahr der PRRS-Stabilisierung dank der Fortschritte bei der Betriebsproduktivität und der Futterverwertung eine Kapitalrendite. In diesem Betrieb wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen der PRRSv-Zirkulation auf 185 €/Sau geschätzt.

Tabelle 2: Wirtschaftliche Auswirkungen von PRRS, die durch die Kapitalrendite eines Stabilisierungsplans berechnet wurden

  2010 2012
Zahl der verkauften Schweine/vorhandener Sau/Jahr 23,3 25,5
Produziertes Lebendgewicht/vorhandener Sau/Jahr 2.719 kg 2.886 kg
Zusätzlicher Gewinn/kg Schlachtgewicht (€) €0,156 €0,143
Durchschnittliche Zahl der vorhandenen Sauen (2010-2011-2012) 452
Allgemeine Futterverwertung 2,93 2,74
Kosten der Tiergesundheit/Sau (€) (inklusive PRRSv-Impfung) €148 €133
Preis pro kg (Schlachtgewicht) Durchschnitt (2010-2011-2012) €1,30
Durchschnitt des Futterpreises/kg (2010-2011-2012) €0,24
Gewinnspanne = [Umsatzerlös] – [( Futterkosten + Gesundheitskosten)] (€) 437.776 522.063
Erhöhung der Gewinnspanne im Vergleich zu 2010 (€)   €84.288
Erhöhung der Gewinnspanne pro Sau im Vergleich zu 2010   €185

 

Schlussfolgerung und Diskussion

Es ist ziemlich schwierig über die Kosten von PRRS-Infektionen zu sprechen, da sich sogar im gleichen Land die Art des Betriebs, sein Gesundheitsstatus und die Dynamik des PRRS-Virus von Fall zu Fall unterscheiden. Dies macht die Standardisierung solch einer Berechnung sehr schwierig. In den drei vorgestellten Studien liegen die Kosten von PRRS zwischen 17 € und 185 €/Sau/Jahr!

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