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Anfälligkeit gegenüber Mycoplasma hyorhinis in Abhängigkeit vom Alter

Enric Marco kommentiert eine Studie, die zu dem Schluss kommt, dass die Infektion mit M. hyorhinis umso leichter verläuft, je später sie auftritt. Diese Information kann sehr nützlich sein, um im Zeitalter der Antibiotikareduktion neue Bekämpfungsstrategien zu entwickeln.

Polyserositis, festgestellt bei Systemerkrankungen aufgrund von M. Hyorhinis

Polyserositis, festgestellt bei Systemerkrankungen aufgrund von M. Hyorhinis

15 Dezember 2017
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Publikation

Martinson B, Minion FC, Krollb J, Hermann J. Age susceptibility of caesarian-derived colostrum-deprived pigs to Mycoplasma hyorhinis challenge. 2017. Veterinary Microbiology. Vol 210, 147-152.

Was wurde untersucht?

Mycoplasma hyorhinis (Mhr) führt bei drei bis zehn Wochen alten Schweinen meistens zu Polyserositis und Polyarthritis. In der Fachliteratur wurde der Schluss nahegelegt, dass es eine Altersgrenze für die Anfälligkeit gegenüber Mhr gibt, was aber bis vor Kurzem schwierig zu überprüfen war, da man es nicht schaffte, die Krankheit auf experimentellem Weg zu reproduzieren.

Wie wurde es gemacht?

In der Studie wertete man ein Mhr-Infektionsmodell aus, wobei man zellassoziiertes Infektionsmaterial bei den gleichen Würfen im Alter von jeweils 7, 10, 13 und 16 Wochen verwendete. Das Protokoll der experimentellen Mhr-Infektion sah Ferkel vor, die durch Kaiserschnitt geboren wurden und keine Kolostralmilch erhalten hatten. Diese Bedingungen führten zu starker Perikarditis und Lahmheit. Schweine jeder Altersklasse erhielten an drei aufeinanderfolgenden Tagen eine Schutzimpfung gegen Mhr: eine intraperitoneale Injektion mit 20 ml am Tag 0, eine intravenöse Injektion mit 10 ml am Tag 1 und eine intranasale Verabreichung (5 ml/Nasenloch) am Tag 2. Außerdem gab es Kontrolltiere jeder Altersklasse, die man nicht infizierte. Die Schweine wurden vom ersten Tag an bis zum Tag 21 nach der Infektion täglich auf Lahmheit untersucht. Die Tiere wurden unmittelbar vor der Infektion und unmittelbar vor dem Einschläfern am Tag 21 gewogen. Nach dem Einschläfern wurden die Tiere einer makroskopischen pathologischen Untersuchung zum Nachweis von Polyserositis unterzogen. Von jedem Schwein wurden 2 Abstriche entnommen: ein perikardialer Abstrich und ein einziger Abstrich von der Gelenkoberfläche beider Ellbogen und beider Kniegelenke. Abstriche der Pleura und der Serosa wurden nur von denjenigen Tieren entnommen, die Pleuritis oder Peritonitis aufwiesen.

Was sind die Ergebnisse?

  • Das Auftreten von Lahmheit war im Alter von 7, 10 und 13 Wochen ähnlich (> 60 %), wobei im Alter von 16 Wochen weniger Tiere betroffen waren (33 %).

  • Die Anzahl der Tiere mit Arthritis fiel von 100 % im Alter von 7 Wochen auf 25 % im Alter von 16 Wochen.

  • Die Perikarditis ging von 87 % im Alter von 7 Wochen auf 4 % im Alter von 16 Wochen stark zurück.

  • Die durchschnittliche Gewichtszunahme pro Tag lag um mindestens 270 g/Tag (0,6 lb/Tag) niedriger als bei den Kontrollgruppen gleichen Alters, die keiner Infektion ausgesetzt waren.
    Bei der durchschnittlichen Gewichtszunahme pro Tag wurde der größte Unterschied im Alter von 13 Wochen festgestellt (545 g/Tag bzw. 1,2 lb/Tag).

Welche Schlussfolgerung kann aus der Publikation gezogen werden?

Die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass Schweine mindestens bis zum Alter von 16 Wochen anfälliger für Mhr-assoziierte Lahmheit waren, während die Anfälligkeit gegenüber Mhr-assoziierter Polyserositis einen Höhepunkt im Alter von 7 Wochen zu haben schien. Wirtschaftliche Verluste aufgrund von Mhr können auf eine reduzierte Leistung (Gewichtszunahme und Futterverwertung) und Keulungen zurückgeführt werden.

Die Feststellung des Alters, bei dem die höchste Anfälligkeit gegenüber M. hyorhinis besteht, kann die erforderliche Dauer der Immunität für jegliche potentiellen Impfstoffe bestimmen und als Orientierung für die Optimierung des Einsatzes von Antibiotika dienen.

<p>Enric Marco</p>Aus Sicht der Praxis von Enric Marco

In der Phase nach dem Absetzen ist Polyserositis möglicherweise eines der häufigsten Krankheitsbilder. Offensichtlich ist die Häufigkeit und Schwere von Polyserositis größer, wenn Tiere zur selben Zeit einer viralen Erkrankung wie z. B. PRRS oder Schweineinfluenza ausgesetzt sind. Tatsächlich mussten wir beim Auftreten von PRRS Manifestationen schwerer Polyserositis feststellen. Wir haben Polyserositis immer mit Infektionen durch H. parasuis oder S. suis in Verbindung gebracht und erst seit Kurzem wird M. hyorhinis als weitere mögliche Krankheitsursache in Betracht gezogen. Das Auftreten von mehr als einem Krankheitserreger, der am Krankheitsbild beteiligt ist, ist durchaus üblich und therapeutische Strategien müssen komplex sein, da mit ihnen die unterschiedlichen beteiligten Krankheitserreger bekämpft werden müssen.

Die Forschungsergebnisse sind interessant, da sie darauf hindeuten, dass die Schwere der Infektion variiert, je nachdem, wann sie auftritt, und dass die Infektion insbesondere umso leichter verläuft, je später sie auftritt. Mit der derzeit stattfindenden schrittweisen Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika, was bedeutet, dass der Einsatz verschiedener Moleküle im gleichen Medikament eine Ausnahme darstellt, werden die Probleme in der Phase nach dem Absetzen schwerer zu kontrollieren sein. In diesem Sinne müssen wir anfangen, über neue Strategien zur Bekämpfung der Krankheit nachzudenken. Bei einer Infektion durch M. hyorhinis infizieren sich die Ferkel ebenso wie bei den anderen Mykoplasmen bei ihren Muttertieren und das frühe Auftreten der Infektion hängt sehr wahrscheinlich von dem Ausmaß der Kolonisation des Ferkels ab. Wenn dies der Fall wäre, stellt sich die Frage, ob eine Medikation der Sauen vor der Geburt die Kolonisation der Ferkel reduzieren würde, so wie dies bei M. hyopneumoniae der Fall ist. Würde, wenn diese Kolonisation reduziert wäre, der Ausbruch der Krankheit verzögert werden? Und wenn sich der Ausbruch der Krankheit tatsächlich verzögert, wäre sie dann weniger schwer, so wie dies in dieser Veröffentlichung behauptet wird? Die frühe Bekämpfung von M. hyorhinis würde es ermöglichen, die Anstrengungen auf den Kampf gegen die anderen Bakterien zu konzentrieren, die an Polyserositis beteiligt sind. Und wenn man optimistisch ist und davon ausgeht, dass dies ein primär pathogenes Bakterium bei dieser Erkrankung ist, würde seine Bekämpfung dann möglicherweise ausreichen, um zur Normalität zurückzukehren.

Ich glaube, dass wir noch nicht in der Lage sind, die Fragen, die ich gestellt habe, zu beantworten, aber die bloße Tatsache, dass eine Veröffentlichung an der Wurzel des Problems ansetzt, macht Mut. Je mehr wir über die Epidemiologie von M. hyorhinis wissen, desto mehr Möglichkeiten werden wir haben, neue Strategien zu seiner Bekämpfung zu finden.

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