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Stellungnahme der EAPA zum Virus der porzinen epidemischen Diarrhoe (PED)

Das vor kurzem in Nordamerika beobachtete massive Auftreten des PED-Virus hat Befürchtungen aufkommen lassen, dass diese Art von Viren über tierische Nebenprodukte, so etwa speziell über Blut-Produkte wie tierisches Plasma, übertragen werden könnten.

Donnerstag 24 April 2014 (vor 4 Jahre 4 Monate 27 Tage)
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Das vor kurzem in Nordamerika beobachtete massive Auftreten des PED-Virus hat Befürchtungen aufkommen lassen, dass diese Art von Viren über tierische Nebenprodukte, so etwa speziell über Blut-Produkte wie tierisches Plasma, übertragen werden könnten. Dem stehen jedoch verschiedene eng mit der Plasma-Produktion verbundene Faktoren entgegen, so etwa die prozessbedingten Temperaturverhältnisse oder die einschlägigen Normen zur Gewinnung, die Plasma zu einem sicheren Futtermittelinhaltsstoff werden lassen. Hinzu kommt, dass das Plasma durchweg von gesunden Tieren stammt, die für den menschlichen Verzehr geschlachtet werden.

Als Futterzusatz findet Plasma fast überall auf der Welt bei der Aufzucht von abgesetzten Ferkeln Verwendung, denn damit verbunden ist ja eine spürbare Verbesserung des Gesundheitszustands der Tiere, indem die für die Entwicklung der Ferkel so kritische Phase zwischen dem über die Muttersau aufgenommenen Kolostrum und der von den Tieren dann selbst entwickelten Immunität leichter überbrückt werden kann. Plasma-Proteine müssen im Ferkelfutter als Kolostrum- Strecker gesehen werden. Außerdem gilt es zu bedenken, dass es durch die Plasma- Produktion zur Aufwertung eines Nebenprodukts kommt, das in der Vergangenheit hinsichtlich seiner Entsorgung zu schweren Umweltproblemen geführt hat.

In zahlreichen Fütterungsversuchen konnte nachgewiesen werden, dass es durch eine Anreicherung der an abgesetzte Ferkel verabreichten Diät mit Plasma im Vergleich zu einer Beimengung von Milch- oder Soja-Eiweiß zu einer Verbesserung bei der Futtereffizienz, der mittleren täglichen Gewichtszunahme sowie beim Verhältnis Gewichtszunahme/Futter kommt. Dies wiederum hat einen wesentlichen Einfluss auf die Senkung der Sterblichkeitsrate und der Erkrankungshäufigkeit, zwei der großen Herausforderungen, denen sich jeder Schweinezüchter gegenübergestellt sieht. Bekannt sind ferner Untersuchungen, mit denen nachgewiesen wird, dass Plasma eine ausgezeichnete Alternative zur Reduzierung der Gabe von Antibiotika darstellt.

Von der Industrie wurden darüber hinaus über viele Jahre hinweg extensive Forschungen im Zusammenhang mit der Biosicherheit von Plasma durchgeführt:

* Wirksamkeit der Sprühtrocknung zur Reduzierung der Infektiosität des Pseudorabies-Virus und des Virus des porzinen reproduktiven und respiratorischen Syndroms (PRRS) und Serokonversion bei Schweinen, die mit einer sprühgetrocknetes tierisches Plasma enthaltenden Diät gefüttert werden; Journal of Animal Science, 2005 (Polo et al; JAS 83:1933-1938).

* Nichtübertragung des porzinen Circovirus Typ 2 auf abgesetzte Ferkel durch Verfütterung von sprühgetrocknetem Schweineplasma; The Veterinary Record, November 2008 (Pujols et al; Vet Record 163:536-538).

* Inaktivierung des Virus der vesikulären Schweinekrankheit in Schweineplasma durch Sprühtrocknung; American Association of Swine Veterinarians, 2007 (Pujols et al; AASW Proceeding 281-283).

* Kommerzielles sprühgetrocknetes Schweineplasma enthält große Mengen an PCV2 DNA und Anti-PCV2-Antikörpern, ist jedoch nicht infektiös für naive Schweine; Proceedings of the International Pig Veterinary Society, 2010 (Opriessnig et al; IPVS Proceeding).

* Im März 2014 wurde an der Universität Minnesota ein Schweine-Bioassay zur Ermittlung der Infektiosität von Futterproben durchgeführt, die mit PCR positiv auf das PED-Virus getestet worden waren (Department of Veterinary Population Medicine, University of Minnesota, St. Paul, MN).

In den genannten Veröffentlichungen kamen die Forscher zur Schlussfolgerung, dass kommerzielles sprühgetrocknetes Plasma im Hinblick auf eine potenzielle Übertragung von die Schweinezucht bedrohenden Viren ein sicheres Produkt darstellt. Wir haben ferner nachgewiesen, dass kommerzielles Plasma nicht als Vehikel für die Übertragung von hoch resistenten Viren wie etwa des porzinen Circovirus Typ 2 oder des porzinen Parvovirus (PPV) in Frage kommt. Die Untersuchungen haben ferner gezeigt, dass gewisse bei der Herstellung von Plasma zum Einsatz kommende Prozesse, darunter speziell auch die Sprühtrocknung, als äußerst wirksame Pasteurisierungsphasen im Hinblick auf die Eliminierung von gefährlichen Bakterien und Viren, so etwa des Virus des porzinen reproduktiven und respiratorischen Syndroms (PRRS), des Auzesky-Virus (PRV) oder des Virus der vesikulären Schweinekrankheit (SVD), angesehen werden können.

Bei seitens der Industrie vorgenommenen Versuchen mit einer künstlich vor der Sprühtrocknung vorgenommenen Virus-Belastung von Plasma konnte nachgewiesen werden, dass diese nach der Sprühtrocknung nicht mehr vorhanden war.

Neben der weltweit bei der Ferkelaufzucht gemachten Erfahrung liefern nicht zuletzt auch diese Ergebnisse fundierte Belege für die Sicherheit von kommerziellem Plasma.

April 3, 2014 - EAPA

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