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Rabobank: Lebensmittelpreise bleiben 2017 weltweit niedrig

Einem Bericht der Rabobank zufolge werden die rekordhohen Lagerbestände die weltweiten Lebensmittelpreise im kommenden Jahr 2017 trotz des Anstiegs der Inflation in vielen Industrieländern weiterhin niedrig halten.

5 Januar 2017
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Grundnahrungsmittel wie Weizen, Mais und Soja – die für die Tiernahrung eine wichtige Rolle spielen – werden derzeit in Rekordmengen gelagert, was Auswirkungen auf die Preise haben wird, die von den Landwirten im kommenden Jahr erzielt werden können.

In ihrem Bericht „Rabobank Global Outlook 2017“, der die Aussichten für 13 wichtige Nahrungsmittel und Agrarrohstoffe untersucht, unterstreicht die Rabobank die Rolle Chinas bei der Schaffung weiterer Unsicherheiten auf dem Markt, denn das bevölkerungsreichste Land der Welt verfügt über enorme Lagerbestände an Rohstoffen. Schätzungen zufolge lagert China 60 % der weltweiten Vorräte an Baumwolle, mehr als die Hälfte der Maisvorräte, 40 % der Weizenvorräte und 21 % der Sojavorräte. Sollte China beschließen, einen Teil dieser Vorräte zu verkaufen, könnte dies weltweit zu einem verstärkten Preisdruck bei den Rohstoffen führen.

In den USA erwartet die Rabobank für 2017 einen Anstieg der Inflation bis auf etwa 2 %, während auch in Großbritannien und in geringerem Maße in der Eurozone die Preise steigen dürften. Selbst diese geringen Anstiege könnten ausreichen, um gegen Ende 2017 das Interesse auf Rohstoffindexfonds zu lenken, die eine Absicherung gegen die Inflation bieten, während die Agrarpreise niedrig bleiben.

Laut Stefan Vogel, Chef der Abteilung Agrarrohstoffe der Rabobank und Verfasser des Rabobank Global Outlook 2017, „scheint nach drei Jahren mit sinkenden Preisen und extremen, die Ernte zahlreicher wichtiger Anbauregionen schädigenden Wetterbedingungen das Jahr 2017 eine gewisse, dringend benötigte Stabilisierung der Lebensmittelpreise mit sich zu bringen. Allerdings dürften sich die Preise aufgrund der rekordhohen weltweiten Lagerbestände hartnäckig auf ihrem niedrigen Niveau halten – eine gute Nachricht für die Verbraucher, aber weniger für die Landwirte.“

Laut den Prognosen der Rabobank dürfte des Weiteren die Volatilität an den weltweiten Devisenmärkten 2017 zu einer Verschiebung der Agrarrohstoffpreise führen, wobei der Euro voraussichtlich infolge der 2017 in Frankreich, den Niederlanden und Deutschland stattfindenden Wahlen an Wert verlieren wird. Die möglichen Auswirkungen solcher Währungsschwankungen lassen sich im Vereinigten Königreich erkennen, wo der Wertverlust des Pfundes seit der Abstimmung zugunsten des Brexit die Preise für Lebensmittelimporte um bis zu 16 % in die Höhe getrieben hat, während er gleichzeitig die Agrarexporte ankurbelte. Infolgedessen sind die britischen Getreideumsätze im Ausland auf den höchsten Stand seit fast 20 Jahren geklettert.

Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten zeigt sich die Rabobank zurückhaltend mit ihren Prognosen für die USA. Im Wahlkampf hatte Trump bereits verlauten lassen, dass er eine protektionistische Wirtschaftspolitik befürworte. Solche Maßnahmen könnten weitreichende Auswirkungen auf die US-amerikanischen Im- und Exporte haben, wenn Handelsabkommen abgeändert werden.

Die Rabobank geht davon aus, dass die Veränderung der Ernährungsgewohnheiten in den Entwicklungsländern – hin zu mehr Fleischverzehr wie in der westlichen Welt – weiter fortschreiten wird, wodurch der Konsum – und damit auch die Preise – von Soja sowie Rind- und Schweinefleisch weiter angekurbelt werden dürfte. Die Preise für Milcherzeugnisse werden sich laut der Rabobank im Laufe des Jahres 2017 ebenfalls erhöhen, da die Nachfrage kontinuierlich wächst.

Mittwoch, 23. November 2016/ Rabobank/ Niederlande.
https://www.rabobank.com

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