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Ausrottung des PED-Virus in einem landwirtschaftlichen Betrieb mit 4500 Sauen in Peru

Diese Veröffentlichung zeigt die einzelnen Maßnahmen, die ergriffen wurden, und die Strategie, die man verfolgte, um PEDv in einem landwirtschaftlichen Betrieb auszurotten: Stabilisierung, Schaffung einer Desinfektionsblase, Überwachung und Verifizierung.

Einleitung

Die Porzine Epidemische Diarrhö (PED) ist eine akute und hoch ansteckende Darmerkrankung, die Schweine unterschiedlichen Alters infizieren kann. Die Schwere der Krankheit variiert jedoch und hängt vom Typ des Virenstamms, der ansteckenden Viruslast und dem Alter des Schweins ab (Song and Park, 2012, Lee, 2015).

Im Allgemeinen ist die Erkrankung gekennzeichnet durch hohe Morbidität, die bei 100% liegen kann, und hoher Mortalität bei Ferkeln, insbesondere bei Saugferkeln, die jünger als 1 Woche sind (Huang et al., 2013).

PED galt in Peru bis September 2013 als exotische Krankheit, als die Nationaluniversität San Marcos zusammen mit der Nahrungsmittelaufsichtsbehörde SENASA die Krankheit durch immunchromatographische Tests und später durch eine Duplex-PCR bestätigte, wodurch die Abgrenzung vom TGE-Virus ermöglicht wurde.

Bislang wurde in Peru von verschiedenen PED-Ausbrüchen berichtet, deren Diagnose auf klinischen Symptomen und RT-PCR beruhte. In den meisten dieser Fälle konnte der Betrieb nur stabilisiert werden.

Hintergrund

Dieser Ausbruch trat in einem 4500-Sauen-Betrieb im Norden Limas, Peru, auf, in dem strenge Biosicherheitsmaßnahmen eingehalten wurden (Umzäunung und Anlagen zur Desinfektion der Fahrzeuge, die den Betrieb anfahren), wodurch man den Betrieb frei von PRRSv, PEDv, TGEv, PDCov und Mycoplasma hyopneumoniae halten konnte.

Foto 1: Aufteilung des Betriebs

Foto 1: Aufteilung des Betriebs

Bei Saugferkeln trat im September 2014 (Woche 38) Diarrhö und Erbrechen auf (Foto 2). Vier Tage nach den ersten Fällen erhöhte sich der prozentuale Anteil von Diarrhö (Foto 2) bei einwöchigen Saugferkeln. Außerdem litten tragende Sauen und Sauen im Abferkelstall an Diarrhö und Erbrechen, wobei eine Prävalenz von ca. 20% erreicht wurde.

Foto 2: Krankheitsbild

Foto 2: Krankheitsbild

Die Jungtiersterblichkeit lag bei 29% (Grafik 1) und führte zu einer Reduzierung der Zahl abgesetzter Ferkel pro Wurf (Grafik 3).

Grafik 1: Prozentualer Anteil der wöchentlichen Mortalität der Ferkel vor dem Absetzen vor und während des PED-Ausbruchs

Grafik 1: Prozentualer Anteil der wöchentlichen Mortalität der Ferkel vor dem Absetzen vor und während des PED-Ausbruchs

Grafik 2: Prozentualer Anteil der wöchentlichen Mortalität nach dem Absetzen vor und während des PED-Ausbruchs

Grafik 2: Prozentualer Anteil der wöchentlichen Mortalität nach dem Absetzen vor und während des PED-Ausbruchs

Grafik 3: Durchschnitt abgesetzte Ferkel und Kilogramm des Wurfs/ Sau vor und während des PED-Ausbruchs (ab Woche 38)

Grafik 3: Durchschnitt abgesetzte Ferkel und Kilogramm des Wurfs/ Sau vor und während des PED-Ausbruchs (ab Woche 38)

Diagnose

Man ging von einem viralen Krankheitsbild aus, das PED-kompatibel ist. Vom Dünndarm (Jejunum und Ileum) wurden Proben entnommen und zu Paraffinblocks verarbeitet, die zur histopathologischen Untersuchung an die Universität von Minnesota geschickt wurden. Die Läsionen korrelierten stark mit den Schädigungen, die durch das Virus verursacht werden.

Danach wurde fäkales Material an das Labor geschickt, um PEDv durch quantitative Echtzeit-PCR auszuschließen, wobei wir mit einem Ct-Wert von 18 positive Ergebnisse auf das Virus erhielten. Das Virus wurde isoliert und identifiziert, wodurch deutlich wurde, dass der isolierte Stamm eine Ähnlichkeit mit den amerikanischen S-INDEL Wildtyp-Stämmen hatte (Gina Castro, Molecular and phylogenetic characterization of strains detected in Peru).

Maßnahmen

Man entschied, ein Programm zur Ausrottung der Krankheit einzuführen. Einer der entscheidenden Aspekte des Programms war die Festlegung der im Folgenden genannten Vorgehensweise.

1. Stabilisierung des Aufzuchtbetriebs:

  • Weibliche Ersatztiere wurden in Woche 40 aufgenommen um 5 Monate lang Ersatz zu ermöglichen. Danach nahm der Betrieb für einen Zeitraum von 5 Monaten keine neuen Tiere mehr auf.
  • In Woche 41 wurde der Bestand des Aufzuchtbetriebs mit Hilfe von Kontaktsuppe gegenüber dem PED-Virus homogenisiert. Ziel dieser Maßnahme war es, das Immunsystem der Tiere zu stimulieren und Infektionen und die Verbreitung des Virus zu reduzieren. Der Beginn dieser Maßnahme wurde als „Tag 1“ des Prozesses bezeichnet.
    Zur Zubereitung der Kontaktsuppe als gesundheitsförderndes Mittel wurden die Därme von Ferkeln mit einer aktiven PED-Infektion (24 Stunden nach der Infektion) entfernt und in einer Lösung mit 500 ml chlorfreiem kaltem Wasser aufgelöst. Zur Homogenisierung der Lösung kam ein Mixer zum Einsatz und die 4500 Sauen, Ersatztiere und Eber wurden dann auf oralem Weg mit einer Dosis von 10 ml der Lösung pro Tier geimpft.
    Ab Woche 41 wurden bei der Haltung der Ferkel und der Sauen vor dem Abferkeln die McRebel-Verfahren angewandt, um die Ausbreitung des Virus zu reduzieren.

Vorgehen bei tragenden Sauen:

  • Zutritt zu sauberen, desinfizierten Einrichtungen mit Leerzeiten über 7 Tagen
    Eliminierung des Kots der Sauen vor und während des Abferkelns

Vorgehen im Abferkelstall:

  • Striktes Rein-Raus-Verfahren
    Bedeutung der Kolostrumaufnahme der Ferkel vom eigenen Muttertier
    Keine Laktation durch fremde Muttertiere bzw. Säugesauen
    Keine Umstallungen von Ferkeln
    Am Tag 7 wurden die Ferkel kupiert und man verabreichte ihnen Eisen-Dextran und ein Antikokzidium. Danach wurden alle manuellen Untersuchungen eingeschränkt, um die Ausbreitung des Virus zwischen den Würfen zu vermeiden.

Laufwege des Personals:

  • Reduzierung der Laufwege von Menschen zwischen den Abferkelbuchten und dem Bereich, in dem sich die tragenden Sauen befanden

Verstärkung des externen Biosicherheitsprogramms

2. Desinfektionsblase:

Um in den Anlagen eine Desinfektionsblase zu schaffen, erfolgte 3 aufeinanderfolgende Wochen lang das frühe Absetzen. Außerdem wurde das Alter der Schweine, die in die Mastställe verlegt wurden, reduziert, wodurch die Schweinebesatzdichte zunahm (0,13 m2 / Schwein). Die Änderungen beim Transport oder Verlegen von Schweinen wurden 6 Wochen nach Tag 1 beibehalten. Alle nicht belegten Einrichtungen wurden für einen Zeitraum von 6 Wochen gewaschen, desinfiziert und getrocknet.

Nach einer adäquaten Leerzeit der Einrichtungen wurden dort abgesetzte Ferkel aufgenommen und nach einem strikten Rein-Raus-Verfahren gehalten. Jeder Stall war als selbständige epidemiologische Einheit eingerichtet.

Foto 3: Reinigung und Desinfektion von Einrichtungen

Foto 3: Reinigung und Desinfektion von Einrichtungen

3. Überwachung

Zuchtstall:

Die Überwachung begann 6 Wochen nach der Stabilisierung des Zuchtstalls, wobei man sich auf 1 und 3 Wochen alte Ferkel konzentrierte. Für jede Analyse wurden mit Hilfe von Abstrichen 30 Kotproben genommen, die zur Diagnose von PED durch RT-PCR an die Nationaluniversität San Marcos geschickt wurden. Die Analysen erfolgten vierzehntägig und wöchentlich. Der Betrieb galt so lange als dauerhaft positiv, bis mit Hilfe beider Analyseverfahren 4 aufeinanderfolgende negative Ergebnisse erzielt wurden.

Grafik 4: Trend der Resultate bei Saugferkeln

Grafik 4: Trend der Resultate bei Saugferkeln

Aufzucht und Mast

In der 5. Woche im Jahr 2015 begann man mit der Aufzuchtphase, deren Anfang und Ende in jedem Stall überwacht wurde.

Es wurden Kotproben genommen, um PEDv durch RT-PCR auszuschließen.

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4. Verifizierung

In Woche 6 des Jahres 2015 wurden vor der Aufnahme von Jungsauen zur Remontierung im Aufzuchtbetrieb 30 Markerschweine aufgenommen, die weniger als 70 Tage alt waren und aus einem PEDv-negativen Betrieb stammten. Der Kontakt mit Markerschweinen dauerte einen Monat und die ständige Überwachung mit Hilfe von RT-PCR durch die Nationaluniversität San Marcos und die Universität von Minnesota zeigte immer negative Ergebnisse.

Überwachungsprogramm nach Ausrottung der Krankheit

Am Ende des Programms wurden Proben oraler Flüssigkeiten von Schweinen genommen, die man in die Zucht- und Aufzuchtstation aufnahm. Die oralen Flüssigkeiten erhielt man mit Hilfe von Kaustricken. Die Flüssigkeit wurde anschließend von den Kaustricken extrahiert und auf FTA-Karten geträufelt, die an die Universität von Minnesota geschickt wurden, die für die Durchführung einer RT-PCR-Analyse verantwortlich war. Diese Überwachung erfolgte in allen Ställen und die Ergebnisse waren zufriedenstellend. Danach wurden alle Produktionsphasen monatlich überwacht.

Das Programm zur Ausrottung der Krankheit galt als vollständig abgeschlossen, sobald die Keulung der letzten Sauen, die dem PED-Ausbruch ausgesetzt waren, bestätigt wurde.

Schlussfolgerungen

Die wesentlichen Punkte, die uns ermöglichten, das PED-Virus zu kontrollieren und auszumerzen, umfassten:

  • Beschleunigung der Stabilisierung des Bestands durch Schließung des Betriebs, Kontaktsuppe der Population und schnelle und strikte Umsetzung der Richtlinien des McRebel-Protokolls.
  • Die Desinfektionsblase und die Befolgung des Rein-Raus-Verfahrens half uns dabei, den negativen Seuchenstatus der abgesetzten Ferkel beizubehalten.
  • Das Stallpersonal war an der Durchführung des Programms maßgeblich beteiligt. Die Teamarbeit funktionierte hervorragend und Werte wie Disziplin, Integrität und Ausdauer waren ausschlaggebende Faktoren.

Die Synergie all dieser Maßnahmen führte zur Wiedererlangung des Gesundheitsstatus und zur Verbesserung der Produktionsparameter.

Biosicherheit und Protokolle zur Vorbeugung wurden verstärkt, insbesondere bezüglich der Menschen, Fahrzeuge und Hilfsmittel, die in den Betrieb gelangten.

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