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Klinik von PRRS: epidemische und endemische Verläufe

In Gegenden mit hoher Schweinedichte ist ein Großteil der Bestände endemisch infiziert. In diesem Fall stellen Jungsauen die größte Risikogruppe dar.

5 Januar 2015
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Publikation

Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) with special reference to clinical aspects and diagnosis. A review. G. Nodelijk 2002. Veterinary Quarterly; 24(2): 95-100

Zum Inhalt der Publikation

Was wurde untersucht?

In der Veröffentlichung werden die wichtigsten klinischen Aspekte und die Diagnose von PRRS dargestellt. Bei PRRS werden zwei unterschiedliche Verlaufsformen unterschieden: eine epidemische und eine endemische Phase.

Epidemische Phase

Eine epidemische Infektion mit PRRSV ist durch massive Reproduktionsstörungen bei den Sauen gekennzeichnet, die 1-3 Monate andauern können. Die Sauen zeigen Inappetenz und Anorexie. Außerdem können Husten, Fieber und plötzliche Todesfälle auftreten.

Die typischen Reproduktionsstörungen äußern sich in Form von: Aborten, Frühgeburten, Totgeburten, Fetaltod mit oder ohne Mumifikation und schwachen Ferkeln, die kurz nach der Geburt sterben. Des Weiteren haben einige Autoren Zyanosen der Ohren, des Abdomens und der Vulva beschrieben.

Bei abgesetzten Ferkeln und Mastschweinen treten vor allem respiratorische Probleme, erhöhte Verluste und verzögertes Wachstum auf. Das klinische Bild wird dabei häufig durch Sekundärinfektionen verschärft. Der Verlauf der PRRSV Infektionen ist häufig altersabhängig. So sind Saugferkel stärker betroffen als Mastschweine, bei denen auch subklinische Formen der Erkrankung auftreten können.

Endemische Phase

PRRSV kann in betroffenen Beständen über Jahre hinweg persistieren. In den meisten schweineproduzierenden Ländern ist PRRS endemisch verbreitet. In der endemischen Phase treten vor allem Reproduktionsstörungen, sowie vermehrt Atemwegsprobleme und schlechte Wachstumsentwicklungen bei den Mastschweinen auf.

Es gibt nur wenige Feldstudien über die endemische Phase von PRRS. In den meisten Fällen verläuft die Infektion subklinisch, ohne großen Einfluss auf die Produktionsparameter. Wiederkehrende Reproduktionsstörungen bei naiven Sauen können allerdings auftreten.

In infizierten Beständen wurde von respiratorischen Problemen (im Zusammenhang mit PRDC) berichtet, die vor allem bei Saug- und Absetzferkeln auftreten. In diesen Fällen treten vermehrt Sekundärinfektionen auf, die zu einem verzögerten Wachstum und einem Anstieg der Verluste führen.

Welche Schlussfolgerung kann aus der Publikation gezogen werden?

Während eines epidemischen Verlaufs von PRRS können verlustreiche Reproduktionsstörungen bei den Sauen über einen Zeitraum von 1-3 Monaten auftreten. Und auch wenn PRRS in der endemischen Phase häufig subklinisch verläuft, zeigen naive Sauen noch periodische Reproduktionsstörungen.

Bei Ferkeln und Mastschweinen führt eine PRRSV Infektion zu respiratorischen Problemen, vermehrten Verlusten und verzögertem Wachstum. Der klinische Verlauf wird dabei maßgeblich durch Sekundärinfektionen bestimmt (vor allem im Zusammenhang mit PRDC). Gerade in der endemischen Phase kommt es häufig zu diesen Sekundärinfektionen, wodurch die Wachstumsraten reduziert werden und die Verluste ansteigen.

Enric MarcoBedeutung für die Praxis aus Sicht von Enric Marco

Obwohl die Publikation schon etwas älter ist (über 10 Jahre), werden die beschriebenen Symptome während einer PRRS Epidemie auch heute noch so beobachtet. Sogar die Dauer des klinischen Bildes entspricht mit 1-3 Monaten der heute zu beobachteten Zeitspanne.

Dadurch, dass die Mehrzahl der Bestände in schweinedichten Gegenden endemisch infiziert ist, treten epidemische Verläufe heutzutage zunehmend seltener auf. In diesen Fällen stellen negative Subpopulationen ein erhöhtes Risiko dar, da hier eine Infektion möglich ist und somit wieder klinische Symptome ausgelöst werden können. Das Wiederauftreten der PRRS bedingten Probleme verschärft die wirtschaftlichen Auswirkungen und bereitet den Landwirten und Tierärzten große Sorgen. Die größte Risikogruppe stellen immer die Jungsauen dar. Die Jungsauen werden entweder von extern bezogen und sind bei Ankunft negativ, damit keine neuen PRRSV Stämme in den Bestand eingeschleppt werden oder, wenn der Bestand eine Eigenremontierung durchführt, haben sie ihren Schutz bereits während der Aufzuchtphase verloren, was dasselbe Problem darstellt. Aus diesem Grund stellt die Immunisierung der Jungsauen einen grundlegenden Schritt vor Eintritt in die Sauenherde dar. Dabei werden unterschiedliche Methoden angewendet (Kontakt mit virämischen Tieren, Einsatz von Lebendimpfstoffen oder sogar Seroinfektionen), die alle dasselbe Ziel verfolgen: Viruskontakt mit nachfolgender Ausbildung einer aktiven Immunität bei den Jungsauen, ohne dass das Virus danach noch ausgeschieden wird. Dieser Gesundheitszustand erlaubt den Eintritt in die Sauenherde ohne das Risiko einer Rezirkulation des Virus.

Die Jungsaueneingliederung stellt somit ein entscheidendes Element bei der Verhinderung einer Rezirkulation von PRRSV in positiven Beständen dar. Dadurch wird außerdem die Produktion virämischer Ferkel vermieden, die für das Auftreten von respiratorischen Problemen in späteren Produktionsabschnitten verantwortlich sind. Natürlich muss in Hinblick auf eine potentielle Virusausbreitung in einem infizierten Bestand auch immer ein strenges Gruppenmanagement beachtet werden. Wenn wir Gruppen von Schweinen erzeugen, die das Virus nicht mehr ausscheiden, werden diese Gruppen irgendwann negativ. Folglich ist die Vermeidung einer Infektion mit der Vermeidung von Schäden assoziiert. Das Gruppenmanagement schließt nicht nur eine physikalische Abtrennung der unterschiedlichen Gruppen ein, sondern auch die Vermeidung der möglichen Virusübertragung zwischen den Gruppen, z.B. bei Verwendung kontaminierter Nadeln.

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