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Infektionsträger Mensch: Biosicherer Eingang für das Betriebspersonal

Wir beleuchten verschiedene Möglichkeiten zur Trennung von sauberen/schmutzigen Zonen am Personaleingang des Betriebs. An dieser Stelle beginnt die Biosicherheit. Die einfache und verständliche Gestaltung erhöht dabei die Wahrscheinlichkeit, dass das Protokoll effektiv eingehalten wird.

Das Betreten des Betriebs durch die Mitarbeiter ist eines der häufigsten Ereignisse, die in Schweinebetrieben stattfinden, und jedes Mal, wenn jemand von der schmutzigen Zone in die saubere Zone geht, besteht die Gefahr, Krankheitserreger zu übertragen. Dieses Risiko zu minimieren ist das Ziel jedes Eingangsprotokolls. Unabhängig von der Gestaltung des Personaleingangs des Betriebs sollte jeder Eingang eine klar definierte Trennung zwischen den sauberen und den schmutzigen Zonen haben. Doch auf welche Weise sollen diese Zonen klar definiert werden? Wie sollte das Personal von einer Zone in die andere wechseln? Wie können wir unsere Strategie überwachen und den Prozess ständig verbessern? Lassen Sie uns einige der Konzepte untersuchen, die derzeit in der Schweineindustrie zum Einsatz kommen.

Vermeiden von Verunreinigungen der schmutzigen Zone

Der beste Weg, eine Kreuzkontamination am Personaleingang zu verhindern ist die Minimierung der Wahrscheinlichkeit, dass die schmutzige Zone außerhalb des Betriebs überhaupt verseucht ist. Es ist wichtig, Fahrzeuge, die den Betrieb besuchen, innen und außen sauber zu halten. Die Fahrzeuge der Mitarbeiter und Besucher sollten an einem ausgewiesenen Standort abseits des Verkehrsbereichs rund um die Produktionsstätte geparkt werden. Nach dem Parken in dem dafür vorgesehenen Bereich empfiehlt es sich vor allem für Besucher dringend, beim Aussteigen aus dem Fahrzeug die Stiefelüberzieher aus Kunststoff zu benutzen, damit ihr Schuhwerk den Boden nicht berührt. Diese Stiefelüberzieher sollten dazu dienen, das Schuhwerk rundum abzudecken und den Betrieb bis zum Ende des Besuchs, wenn die Person zu ihrem Fahrzeug zurückkehrt, vor Verunreinigungen zu schützen. Diese Vorkehrung schützt den besuchten Ort vor Verunreinigungen, verhindert aber auch eine Verunreinigung der Schuhe im Betrieb (Bild 1).

Bild 1. Stiefelüberzieher aus Kunststoff helfen dabei, eine Kreuzkontamination durch das Schuhwerk zu verhindern

Bild 1. Stiefelüberzieher aus Kunststoff helfen dabei, eine Kreuzkontamination durch das Schuhwerk zu verhindern

Abgrenzung und Durchquerung der schmutzigen und sauberen Zonen

Die inneren (sauberen) und äußeren (schmutzigen) Eingangsbereiche sollten immer sauber und gut organisiert sein. Die Materialien, mit denen die Fußböden und Wände verkleidet sind, sollten strapazierfähig sein und leicht gereinigt bzw. desinfiziert werden können. Wie man die Zonen beim Betreten und Verlassen der Einrichtung durchqueren muss, sollte offenkundig sein, aber Schilder mit klaren Anweisungen erleichtern die Einhaltung der Vorschriften. Die meisten gut gestalteten Eingänge haben klare Grenzen. Potentiell verunreinigte (d. h. ‚schmutzige’) Schuhe und Kleidung werden auf der äußeren (d. h. ‚schmutzigen’) Seite ausgezogen und abgelegt und sauberes Schuhwerk und Kleidung werden auf der inneren (d.h. ‚sauberen’) Seite des Eingangsbereichs aufbewahrt und benutzt. Die verschiedenen Strategien, die uns zur Verfügung stehen, um diese Grenze zu schaffen, sind:

1. Rote linie: Auf den Boden gemalt. Oft ist vor dem Eintritt in den Produktionsbereich die Reinigung der Hände erforderlich (Bild 2). Geringe Kosten, aber hohes Risiko für eine Kreuzkontamination.

Bild 2. Trennung der Zonen durch eine rote Linie in einem Maststall (mit freundlicher Genehmigung von Mario Vallverdú)

Bild 2. Trennung der Zonen durch eine rote Linie in einem Maststall (mit freundlicher Genehmigung von Mario Vallverdú)

2. Physikalische Barriere: Beispiele hierfür sind eine Bank oder eine andere vertikale Barriere (Bild 3). Eine neutrale Zone, die eine Stelle zur Handreinigung beinhaltet, fügt eine zusätzliche Ebene der Zonenabgrenzung hinzu. Diese Gestaltung wird oft als „dänischer Eingang“ bezeichnet (Bild 4). Mäßige Kosten und klarere Trennung mit geringerem Kontaminationsrisiko.

Links: Bild 3. Physikalische Trennung der Zonen mit einer Bank. Straßenschuhe und Jacken müssen außerhalb der Barriere bleiben (mit freundlicher Genehmigung von Tim Snider). Rechts: Bild 4. Dänischer Eingang: Physikalische Trennung der Zonen durch Bänke mit Stelle zur Handreinigung in der Übergangszone (mit freundlicher Genehmigung von Dr. Tim Snider)

Links: Bild 3. Physikalische Trennung der Zonen mit einer Bank. Straßenschuhe und Jacken müssen außerhalb der Barriere bleiben (mit freundlicher Genehmigung von Tim Snider). Rechts: Bild 4. Dänischer Eingang: Physikalische Trennung der Zonen durch Bänke mit Stelle zur Handreinigung in der Übergangszone (mit freundlicher Genehmigung von Dr. Tim Snider)

3. Duschbarriere: Eine richtig gestaltete Duschbarriere erfordert das Betreten der Dusche von einer Seite und das Verlassen der Dusche auf der gegenüberliegenden Seite. Diese Anlage der Dusche stellt sicher, dass die gesamte Oberbekleidung ausgezogen wird und das Personal vor dem Betreten der sauberen Zone eine Ganzkörperreinigung durchführt. Das Wasser in den Duschen muss ordnungsgemäß ablaufen, um sicherzustellen, dass die Krankheitserreger aus der Duschzone nicht in andere Bereiche gelangen (Bild 5).

Bild 5. Physikalische Trennung der Zonen durch eine Duschanlage (mit freundlicher Genehmigung von Jordi Balp)

Bild 5. Physikalische Trennung der Zonen durch eine Duschanlage (mit freundlicher Genehmigung von Jordi Balp)

Laufende Bewertung und Verbesserung

Unabhängig von der verwendeten Strategie ermutige ich Erzeuger und Tierärzte immer, die Einhaltung und Effektivität der Biosicherheitsmaßnahmen kontinuierlich zu bewerten. Fluoreszierendes Pulver wurde in der Humanmedizin ausgiebig eingesetzt, um Protokolle zu bewerten, die zur Vermeidung der Umweltverseuchung bei der Entfernung der persönlichen Schutzausrüstung erstellt wurden. In der Schweineindustrie kam es bei der Bewertung der Wirksamkeit von Protokollen für die Reinigung und Desinfektion von Transportfahrzeugen und die Biosicherheitsmaßnahmen für Eingänge in Schweinebetrieben zum Einsatz. In einer Studie (Anderson et al., 2018) war der Einsatz eines fluoreszierenden Pulvers, das unter UV-Licht leuchtet (Bild 6), das Verfahren, mit dem verglichen wurde, wie verschiedene Strategien wie beispielsweise ein Bank- oder Duscheingang das Risiko einer Umweltverseuchung durch das Personal beim Betreten der Anlage senken würden. Wie zu erwarten war, zeigten die Ergebnisse dieser Studie, dass eine zusätzliche Bank im Vorraum (schmutzige Seite) vor dem Eingang zur Dusche das Risiko einer Umweltverseuchung durch das Personal deutlich verringerte.

Bild 6. Fluoreszierendes Material unter UV-Licht, um den Deckungsgrad an den Händen des Menschen zu zeigen (Quelle www.glogerm.com)

Bild 6. Fluoreszierendes Material unter UV-Licht, um den Deckungsgrad an den Händen des Menschen zu zeigen (Quelle www.glogerm.com)

Zusammenfassung

Beim Betreten eines Schweinebetriebs gibt es mehrere Optionen, die das Risiko einer Übertragung von Krankheiten deutlich senken können. Unabhängig von der Strategie müssen die schmutzigen und sauberen Zonen klar gestaltet werden und die Art der Überquerung der Zonen muss praktisch sein und für eine effektive Biosicherheit immer klar kommuniziert werden. Innovative Wege zur Bewertung der Effizienz, die auch bei der Ausbildung des Personals helfen und den Prozess verbessern können (wie z. B. Fluoreszenzpulver), sind dabei immer hilfreich.

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