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Einschläfern von Ferkeln/ Mastschweinen im Betrieb

Tiergerechte Bolzenschussapparate töten größere Ferkel oder Mastschweine nicht, sie betäuben sie nur. Weitere Maßnahmen sind erforderlich um sicherzustellen, dass das Schwein tot ist.

Freitag 21 September 2018 (vor 1 Monate 26 Tage)
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In der kommerziellen Schweinezucht ist es aufgrund von Verletzungen, Infektionen oder körperlichen Anomalien erforderlich, Schweine im Betrieb einzuschläfern. Diese Notwendigkeit kann sich aus Gründen des Tierschutzes zur Linderung oder Vermeidung von Leiden, aus Gründen der Lebensmittelsicherheit (z. B. multiple Abszessbildung) oder aus wirtschaftlichen Gründen ergeben, wenn das Schwein das Schlachtgewicht nicht erreicht oder für den Transport nicht geeignet ist.

Die vorrangigen Überlegungen sind dabei, dass das Einschläfern tiergerecht und sicher durchgeführt wird.

Tiergerechte Bolzenschussapparate sind die gebräuchlichsten Geräte, die zum Einsatz kommen, töten größere Ferkel oder Mastschweine aber nicht, sondern betäuben sie nur. Weitere Maßnahmen sind erforderlich um sicherzustellen, dass das Schwein tot ist.

Das Gerät sollte auf der Mittellinie am Kreuzungspunkt der Verbindungslinie des unteren Ohransatzes mit dem medialen Augenwinkel des gegenüberliegenden Auges angesetzt werden. Das Schwein muss mit einer Schlinge festgehalten werden und die Pistole muss fest gegen den Schädel und senkrecht zur Stirnfläche gehalten werden. Bei einer adulten Sau oder einem Eber solle man das Gerät 1 cm seitlich der Mittellinie ansetzen, um die frontale Symphyse nicht zu treffen.

Abbildung 1: Das X markiert die Stelle, an der das Schussgerät anzusetzen ist. Setzen Sie es bei adulten Tieren aber 1 cm neben der Mittellinie an.

Abbildung 1: Das X markiert die Stelle, an der das Schussgerät anzusetzen ist. Setzen Sie es bei adulten Tieren aber 1 cm neben der Mittellinie an.

Abbildung 2: Die Pistole muss gegen den Schädel senkrecht zur Stirnfläche gehalten werden.

Abbildung 2: Die Pistole muss gegen den Schädel senkrecht zur Stirnfläche gehalten werden.

Im Gegensatz zu Rindern oder Schafen, zucken Schweine, nachdem sie getroffen wurden, obwohl sie bewusstlos sind. Warten Sie deshalb bis zu 60 Sekunden, bis die Zuckungen nachlassen, bevor Sie mit der Gehirnzerstörung beginnen. Dies geschieht durch Einführen einer Kanüle in das Loch im Schädel, um die Gehirnbasis zu zerstören. Hierzu kann eine spezielle Kanüle zur Gehirnzerstörung verwendet werden, aber genauso gut funktioniert auch ein Katheter, der bei der künstlichen Befruchtung zum Einsatz kommt. Stellen Sie sich nicht zwischen die Beine des Schweins, da weitere Zuckungen wahrscheinlich sind, was zu Verletzungen führen kann. Stellen Sie sich beim Einführen der Kanüle hinter die Schultern des Schweins. Eine Alternative für die Gehirnzerstörung ist das Ausbluten durch Abtrennen der Halsschlagadern mit einem scharfen Messer. Überprüfen Sie den Tod durch Verlust des Nasopalpebralreflexes.

Abbildung 3: Stellen Sie sich bei der Gehirnzerstörung hinter das Schwein und nicht zwischen dessen Beine.

Abbildung 3: Stellen Sie sich bei der Gehirnzerstörung hinter das Schwein und nicht zwischen dessen Beine.

Für große Tiere verwenden Sie alternativ eine Flinte Kaliber 12 aus nächster Nähe (10 cm). Benutzen Sie die Flinte in der gleichen Position wie den Bolzenschussapparat und visieren Sie von hinter dem Ohr das gegenüberliegende Auge an. Benutzen Sie keine Flinte in beengten Räumen oder bei einem Schwein, das auf einem Betonfußboden liegt. Die Schrotflinte macht eine Gehirnzerstörung überflüssig.

Abbildung 4: Zielen Sie bei Benutzung einer Flinte bei einem liegenden Schwein auf kurze Entfernung hinter das Ohr in Richtung des gegenüberliegenden Auges.

Abbildung 4: Zielen Sie bei Benutzung einer Flinte bei einem liegenden Schwein auf kurze Entfernung hinter das Ohr in Richtung des gegenüberliegenden Auges.

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