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DTH: eine neue Möglichkeit zur Überprüfung des Impferfolges gegen PCV2

Dieser Test kann genutzt werden, um zum Beispiel bei Mastbeginn zu überprüfen, ob und mit welchem Erfolg die Impfung durchgeführt wurde.

Freitag 12 Dezember 2014 (vor 4 Jahre 7 Monate 3 Tage)
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Praktisch kann man die “Compliance” als die korrekte Anwendung oder als Kontrollinstrument für die Anwendung eines Produktes oder einer Verordnung beschreiben. Andererseits steht die Abkürzung DTH für eine Hypersensitivitätsreaktion, bekannt als Hypersensibilitätsreaktion vom verzögerten Typ oder Typ-IV Hypersensitivität. Was aber hat eine Hypersensitivitätsreaktion mit einer korrekten Impfung gegen PCV2 zu tun? Vielleicht ist unsere erste Antwort: „Wenig oder gar nichts“. Ungeachtet dessen hat es eine Menge damit zu tun, wie wir in diesem Artikel erläutern werden.

Intradermale Inokulation des Antigens

Foto 1. Intradermale Inokulation des Antigens.

Der DTH-Test ist in der Veterinärmedizin allgemein bekannt, da er zur Diagnose der Tuberkulose herangezogen wird. Sicherlich ist der Tuberkulintest bekannt, der auf einer Hypersensitivitätsreaktion basiert, die ein Tier als Reaktion auf den erneuten Kontakt mit einem Antigen ausbildet, mit dem es schon zuvor in Berührung gekommen ist. Die intradermale Inokulation des inaktivierten Tuberkulosebakteriums oder der aufgereinigten Proteinfraktion des Bakteriums verursacht nach einigen Stunden eine Hypersensitivitätsreaktion an der Inokulationsstelle, die durch eine Schwellung, ein Ödem, ein Erythem oder eine Verhärtung der Haut charakterisiert ist. Es ist seit Jahren bekannt, dass dieser Test die zellvermittelte Immunität nachweist, nichtsdestotrotz wird er zur Identifizierung infizierter Tiere und damit zur Eradikation der Tuberkulose genutzt. Wie also kann dieser Test eine Hilfe zur Beurteilung der Compliance einer PCV2 Impfung eingesetzt werden? Es ist sehr einfach: Das porzine Circovirus Typ-2 ist als virales Agens ein intrazelluläres Pathogen und als solches in der Lage, eine adaptive zellvermittelte Immunantwort herbeizuführen. Tatsächlich induziert die PCV-2-Impfung unter normalen Bedingungen sowohl eine humorale als auch eine zellvermittelte Immunantwort gegen das Virus.

Typische Hautreaktion (Erythem) 24 Stunden nach Inokulation am Abdomen

Foto 2.Typische Hautreaktion (Erythem) 24 Stunden nach Inokulation am Abdomen.

Es stellt sich also folgende Frage: Wie kann der DTH-Test zu Überprüfungszwecken genutzt werden? Es ist sehr einfach: Es muss bei den entsprechenden Tieren (bei denen überprüft werden soll, ob sie geimpft wurden) lediglich eine ausreichend große Zeitspanne nach dem angenommenen Impfdatum das PCV2- Antigen intradermal inokuliert werden. Da die Schweine normalerweise mit einem Alter von drei bis vier Wochen gegen PCV2 geimpft werden, sollten von diesem Zeitpunkt an drei Wochen vergehen, bevor der Test durchgeführt wird. Da dieser Test zu einem positiven (wenn auch weniger ausgeprägtem) Ergebnis bei Tieren mit maternaler Immunität führen kann, empfehlen wir ihn ab einem Alter von 7-9 Wochen, dies bedeutet 4-6 Wochen nach der Impfung. Dieser Test dient nicht der Überprüfung einzelner Tiere, sondern soll den Impfstatus einer ganzen Tiergruppe abbilden. Es sollten daher, je nach Größe der Partie, 10-15 Tiere je Altersgruppe überprüft werden. Die Ergebnisse können nach 24 Stunden bewertet werden und entweder als qualitatives (positiv/ negativ) oder quantitatives (Durchmesser der Hautreaktion) Ergebnis abgelesen werden. Die durch die Inokulation des Antigens provozierte Hautreaktion (Foto 2), bei der es sich um eine Rötung oder Verhärtung handeln kann, hängt von dem gewählten Hautareal und dem für die Inokulation verwendeten Injektionsgerät ab. Bei 7-10 Wochen alten Ferkeln ist es besser, das Antigen am Abdomen zwischen der letzten und der vorletzten Zitze zu inokulieren. Eine Sedation des Tieres ist nicht notwendig, da es sich um einen schnellen, sicheren und ungefährlichen Eingriff handelt. Ein besonderer Vorteil dieses Tests ist, dass er auf den Betrieben durchgeführt werden kann ohne ein Labor in Anspruch nehmen zu müssen. Um das Antigen zu inokulieren reicht eine Insulinspritze aus, es gibt aber auch Alternativen. Bei der Interpretation der Testergebnisse gilt es Folgendes zu beachten:

  • Die Sensitivität liegt bei 80-85%. Das bedeutet, dass in einer Gruppe von 10-15 Schweinen 2-3 Schweine möglicherweise keine Reaktion zeigen, was nicht bedeutet, dass diese Tiere nicht geimpft wurden, wenngleich die übliche Reaktionsrate bei 100% liegt.
  • Das Ausbleiben einer Reaktion bedeutet nicht, dass das Tier keinen Impfschutz aufweist. Der Test weist, wie bereits erläutert, die zellvermittelte Immunität nach. Der Impfschutz basiert allerdings nicht nur auf der zellvermittelten, sondern ebenso auf der humoralen Immunität (neutralisierende Antikörper).

Dieser Test kann beispielsweise genutzt werden, um bei Mastbeginn zu überprüfen, ob und mit welchem Erfolg die Impfung durchgeführt wurde.

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Diagnose einer Influenza A-Infektion beim Schwein01-Dez-2014 vor 4 Jahre 7 Monate 14 Tage

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